Do 15.08. Östlichster Punkt
Tundra (auch Kältesteppe) ist der Oberbegriff für die Offenlandgebiete der (sub-)polaren Klimazone. Der Begriff stammt aus der Geographie und bezeichnet verallgemeinernd einen bestimmten Landschaftstyp der globalen Maßstabsebene.
Die Nacht war erholsam, der Nachbar ruft zum Frühstück. Die Motorräder werden gesattelt und es geht bei schon wieder gutem Wetter los, runter von der Insel, und dann nach Osten auf die Halbinsel Varanger im äußersten Nordosten Norwegens. Die Routenplanung ist denkbar einfach: 4 Passknackerpunkte liegen auf einer Strecke. Nach dem letzten muss man umkehren, wenn man nicht einige Kilometer weiter ins Polarmeer fallen möchte, also geht’s den gleichen Weg wieder zurück. Morgen geht’s nach Süden, heute gibt’s eine Übernachtung. Diese liegt an der gleichen Strecke, wir fahren also sogar vorzeitig dran vorbei.
Vom Campingplatz Richtung Honningsvag kommt eine Kreuzung mit einem Wegweiser nach rechts, beschildert nach Olderfjord. Das ist eine deutliche Untertreibung. ALLE Orte, außer Honningsvag und Nordkapp, liegen hier nach rechts ab. Da fahren wir hin. Der Tunnel ist ohne Sperrung viel unauffälliger. Wir kriegen endlich mal ein weißes Rentier vor die Linse.

Fun Fact: Auch Rentierweibchen tragen Geweih. Es ist ein wenig Touristen-Betrieb auf der Strecke bis zur Stadt Laksel, wo wir die E6 verlassen und fortan der Straße 98 folgen. Nächstes Manöver ist ein Kreisverkehr in 148 km. Der erste Passknackerpunkt kommt nach 217 km. Dafür können wir schon wieder bei Sonnenschein und über 20 Grad den Fjord entlang fahren. Hier sind gleich viel weniger Touristen unterwegs, insbesondere kaum noch Motorradfahrer. Die fahren auf schnellstem Weg nach Süden. Wir fahren die Norwegische Nordküste ab. Das macht sonst kaum jemand.

Wir machen schon vor dem ersten Passknackerpunkt die Mittagspause, so lange zieht sich das. Am Punkt passieren wir dann einen Canyon.

So tief ist der nicht. Langsam verändert sich auch die Vegetation. Die Bäume werden kleiner. Entlang der Mündung des Flusses Tana (kein Fjord!) fahren wir 23 km den Fluss hoch, bis eine Brücke kommt. Mein Routenplaner kannte eine Abkürzung, die war aber nicht in Sicht: Das dürfte dann wohl eine Eisstraße sein, die nur im Winter existiert. Google Maps weiß aber Bescheid. Vor der Brücke ist eine Tankstelle, und da machen wir Pause.
Jenseits von Tara Bru wird die Strecke noch viel einsamer, denn hier geht’s auf eine Halbinsel, die eine Sackgasse ist. Südöstlich würde es nicht nur Richtung Finnland gehen, sondern auch Richtung Russland – auch wenn der Grenzübergang wegen der aktuellen Krise geschlossen ist. Ja, Norwegen hat eine Grenze mit Russland, und die hat schon zu Kuriositäten geführt, z.B. 3500 schrottreife Fahrräder. Wir genießen das gute Wetter und die Aussicht.

Wind gibt’s hier natürlich auch wieder reichlich. Den sieht man nicht. Aber die Felsen.

Das könnte man öde finden, aber die Tundra ist auf dieser Hügellandschaft hier durchaus abwechslungsreich. Je nach Bodenneigung wächst mehr oder weniger Gras in gelb, grün oder lila, und es schimmert mehr oder weniger grauer, roter oder brauner Boden durch. Hinter jede Kurve eine neue Welt, und man kann völlig ungestört mit Tempolimit 90 auf sanften Radien durchfliegen.

Auf den Fotos macht es wenig her, aber für mich hat sich der Tag dadurch schon gelohnt. Fun Fact: Südlich von hier ist bereits Russland. Christoph wirkt nicht unglücklich.

Genau weiß ich es nicht, ich habe mein China-Billig-Headset gestern Abend nicht geladen, und nach insgesamt ca. 14 Stunden Intercom Dauerbetrieb war dann doch Schluss. Sehr gute Leistung für 23 Euro das Paar.
Dann aber auf zum Hotel „AuroraLife“ in Tana! Von außen eine unscheinbare Holzhütte. Zwei Zimmer, je 50 Euro die Nacht. Es steht ein Auto aufm Parkplatz, wir werden ran gewunken. Vanja heißt uns willkommen und erklärt uns alles. Wir sind die einzige Gäste. Früher war dies die Station für die Schneemobilfahrer, die im Winter die Straße räumen. Dann hat sie es gekauft und zum Cafe umgewidmet. Dafür hat sie heute keine Zeit mehr, jetzt ist es ein Hotel. Es gibt 6 Zimmer, eine Gemeinschaftsküche und je ein Gemeinschafts-WC und ein Gemeinschaftsbad (mit noch einem WC). Die Gemeinschaftsräume sehen aus wie aus dem Möbelkatalog. Der Fernseher ist größer als meiner daheim, das Sofa etwa gleich groß. Zwei Esstische, eine vollständige Küche. Wow. Es gibt WLAN, hier mitten im Nichts. Und das beste: Wir sind die einzige Gäste und haben das Haus für uns alleine!
Nach der Dusche kommt die Thai-Suppe auf den Herd, und es wird schnabuliert. Mahlzeit!

87% Norwegen

500 km heute
Morgen geht’s ohne Passknackerpunkte direkt nach Süden. Die Suche nach Unterkunft an der Schwedisch-Finnischen Grenze gestaltete sich eher holprig, und die Wettervorhersage ist auch nicht toll. Aber hey, bisher haben wir auch alles geschafft!
Tundra (auch Kältesteppe) ist der Oberbegriff für die Offenlandgebiete der (sub-)polaren Klimazone. Der Begriff stammt aus der Geographie und bezeichnet verallgemeinernd einen bestimmten Landschaftstyp der globalen Maßstabsebene.
Die Nacht war erholsam, der Nachbar ruft zum Frühstück. Die Motorräder werden gesattelt und es geht bei schon wieder gutem Wetter los, runter von der Insel, und dann nach Osten auf die Halbinsel Varanger im äußersten Nordosten Norwegens. Die Routenplanung ist denkbar einfach: 4 Passknackerpunkte liegen auf einer Strecke. Nach dem letzten muss man umkehren, wenn man nicht einige Kilometer weiter ins Polarmeer fallen möchte, also geht’s den gleichen Weg wieder zurück. Morgen geht’s nach Süden, heute gibt’s eine Übernachtung. Diese liegt an der gleichen Strecke, wir fahren also sogar vorzeitig dran vorbei.
Vom Campingplatz Richtung Honningsvag kommt eine Kreuzung mit einem Wegweiser nach rechts, beschildert nach Olderfjord. Das ist eine deutliche Untertreibung. ALLE Orte, außer Honningsvag und Nordkapp, liegen hier nach rechts ab. Da fahren wir hin. Der Tunnel ist ohne Sperrung viel unauffälliger. Wir kriegen endlich mal ein weißes Rentier vor die Linse.

Fun Fact: Auch Rentierweibchen tragen Geweih. Es ist ein wenig Touristen-Betrieb auf der Strecke bis zur Stadt Laksel, wo wir die E6 verlassen und fortan der Straße 98 folgen. Nächstes Manöver ist ein Kreisverkehr in 148 km. Der erste Passknackerpunkt kommt nach 217 km. Dafür können wir schon wieder bei Sonnenschein und über 20 Grad den Fjord entlang fahren. Hier sind gleich viel weniger Touristen unterwegs, insbesondere kaum noch Motorradfahrer. Die fahren auf schnellstem Weg nach Süden. Wir fahren die Norwegische Nordküste ab. Das macht sonst kaum jemand.

Wir machen schon vor dem ersten Passknackerpunkt die Mittagspause, so lange zieht sich das. Am Punkt passieren wir dann einen Canyon.

So tief ist der nicht. Langsam verändert sich auch die Vegetation. Die Bäume werden kleiner. Entlang der Mündung des Flusses Tana (kein Fjord!) fahren wir 23 km den Fluss hoch, bis eine Brücke kommt. Mein Routenplaner kannte eine Abkürzung, die war aber nicht in Sicht: Das dürfte dann wohl eine Eisstraße sein, die nur im Winter existiert. Google Maps weiß aber Bescheid. Vor der Brücke ist eine Tankstelle, und da machen wir Pause.
Jenseits von Tara Bru wird die Strecke noch viel einsamer, denn hier geht’s auf eine Halbinsel, die eine Sackgasse ist. Südöstlich würde es nicht nur Richtung Finnland gehen, sondern auch Richtung Russland – auch wenn der Grenzübergang wegen der aktuellen Krise geschlossen ist. Ja, Norwegen hat eine Grenze mit Russland, und die hat schon zu Kuriositäten geführt, z.B. 3500 schrottreife Fahrräder. Wir genießen das gute Wetter und die Aussicht.

Wind gibt’s hier natürlich auch wieder reichlich. Den sieht man nicht. Aber die Felsen.

Das könnte man öde finden, aber die Tundra ist auf dieser Hügellandschaft hier durchaus abwechslungsreich. Je nach Bodenneigung wächst mehr oder weniger Gras in gelb, grün oder lila, und es schimmert mehr oder weniger grauer, roter oder brauner Boden durch. Hinter jede Kurve eine neue Welt, und man kann völlig ungestört mit Tempolimit 90 auf sanften Radien durchfliegen.

Auf den Fotos macht es wenig her, aber für mich hat sich der Tag dadurch schon gelohnt. Fun Fact: Südlich von hier ist bereits Russland. Christoph wirkt nicht unglücklich.

Genau weiß ich es nicht, ich habe mein China-Billig-Headset gestern Abend nicht geladen, und nach insgesamt ca. 14 Stunden Intercom Dauerbetrieb war dann doch Schluss. Sehr gute Leistung für 23 Euro das Paar.
Dann aber auf zum Hotel „AuroraLife“ in Tana! Von außen eine unscheinbare Holzhütte. Zwei Zimmer, je 50 Euro die Nacht. Es steht ein Auto aufm Parkplatz, wir werden ran gewunken. Vanja heißt uns willkommen und erklärt uns alles. Wir sind die einzige Gäste. Früher war dies die Station für die Schneemobilfahrer, die im Winter die Straße räumen. Dann hat sie es gekauft und zum Cafe umgewidmet. Dafür hat sie heute keine Zeit mehr, jetzt ist es ein Hotel. Es gibt 6 Zimmer, eine Gemeinschaftsküche und je ein Gemeinschafts-WC und ein Gemeinschaftsbad (mit noch einem WC). Die Gemeinschaftsräume sehen aus wie aus dem Möbelkatalog. Der Fernseher ist größer als meiner daheim, das Sofa etwa gleich groß. Zwei Esstische, eine vollständige Küche. Wow. Es gibt WLAN, hier mitten im Nichts. Und das beste: Wir sind die einzige Gäste und haben das Haus für uns alleine!
Nach der Dusche kommt die Thai-Suppe auf den Herd, und es wird schnabuliert. Mahlzeit!

87% Norwegen

500 km heute
Morgen geht’s ohne Passknackerpunkte direkt nach Süden. Die Suche nach Unterkunft an der Schwedisch-Finnischen Grenze gestaltete sich eher holprig, und die Wettervorhersage ist auch nicht toll. Aber hey, bisher haben wir auch alles geschafft!






































































